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News & Views 2007.02
10 Jahre Klimek.Management
Der Tag war bewusst gewählt, er hatte Symbolcharakter. Am 4. Juli 1996, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, reichte Lutz Klimek bei seinem letzten Arbeitgeber die Kündigung ein. Er wollte frei, selbständig, unabhängig sein. Er wollte sich auf seine Kernkompetenzen Innovation, Marketing und Vertrieb konzentrieren und viele spannende Projekte durchführen. Gemeinsam mit seinen Kunden wollte er neue Geschäftspotenziale erschließen, neue Umsätze und Erträge generieren und Erfolge feiern.
Neun Monate später, am 1. April 1997 startete Klimek.Management in Düsseldorf. 10 Jahre sind vergangen, die Zeit ist gerast. Aus dem Einzelkämpfer ist ein Kompetenz-Netzwerk für "New Business Development" mit exzellenten Experten aus Innovation, Marketing und Vertrieb geworden.
Zu den Kunden zählen renommierte Konzerne wie Coca-Cola, Deutsche Bahn, Deutsche Telekom, Infineon, Merck, RWE und Siemens sowie eine Vielzahl großer und mittelständischer Unternehmen unterschiedlicher Branchen wie Birkel, Conacord, Element-System, Hella, Korzilius, Melitta und Silit.
Wir bedanken uns bei allen, mit denen wir in den letzten 10 Jahren konstruktiv und vertrauensvoll zusammengearbeitet haben.
Erwartungsvoll blicken wir in die Zukunft. Herausfordernde Aufgaben liegen vor uns. Es gibt viel Neuland zu entdecken, viele neue Geschäftspotenziale zu erschließen. Wir freuen uns darauf, es gemeinsam mit unseren Kunden, unseren Geschäftspartnern und unseren Geschäftsfreunden zu tun.
New Business durch neue Produktkategorien
Viele Wege führen… zum Neugeschäft. Die kürzesten und einfachsten sind selten die erfolgreichsten. Wer hohe zusätzliche Umsätze und Erträge ohne Kannibalisierungseffekte erzielen will, muss besondere Anstrengungen, Risiken und auch Rückschläge auf sich nehmen.
Bei der Neuproduktentwicklung machen es sich viele Unternehmen leicht und konzentrieren sich auf Modifikationen, Verbesserungen und Variationen bestehender Produkte. Kein schlechter Ansatz, solange "echte" neue Umsätze und neue Wertschöpfung entstehen. Oft reicht es jedoch nicht aus, um ehrgeizige Wachstumsziele zu erreichen.
An diesem Punkt setzt professionelles Innovations-Marketing an, mit dem zum Beispiel neue und einzigartige Produktkategorien geschaffen werden. Solche Produkte mit hohem Innovationsgrad fallen nicht vom Himmel, sondern sind das Ergebnis eines anspruchsvollen Entwicklungsprozesses mit innovativen Methoden und Techniken, die zu neuem und kreativem Denken führen.
Wie der Pharma-Konzern Bayer Innovations-Marketing betreibt, die "alte" Marke Aspirin jung und frisch hält und welche Bedeutung neue Produktkategorien (Indikationen) haben, erfahren Sie im Interview mit Dr. Klaus Kluthe, Geschäftsbereichsleiter Consumer Care.

Exklusives Interview mit Dr. Klaus Kluthe, Bayer Vital, Geschäftsbereichsleiter Consumer Care
1. Die Erfolgsgeschichte von Bayer begann 1899 mit der Entwicklung von Aspirin. Wie halten Sie das meistverkaufte Medikament aller Zeiten mit 108 Jahren immer noch jung? Aspirin halten wir auf zwei Wegen aktuell. Zunächst bieten wir regelmäßig neue Darreichungsformen an. Aspirin plus C war die erste Brausetablette mit dem Aspirin-Wirkstoff ASS. Die Aspirin direkt war und ist die erste und einzige ASS-Kautablette und wirkt besonders schnell. Diese Alleinstellung gilt auch für Aspirin effect, ein nach Cola / Zitrone schmeckendes Granulat, das ohne Wasser eingenommen werden kann. Aspirin Migräne war das erste OTC-Präparat, das speziell gegen Migräne wirkt. Der jüngste Spross der Aspirin-Familie ist Aspirin Complex, ein in Wasser lösliches Granulat gegen Erkältungskrankheiten. Es hat innerhalb von drei Jahren einen Marktanteil von 23 % erreicht.Der zweite Weg der Aktualisierung ist die Ausweitung / Erforschung neuer Indikationen. Außer gegen Schmerz ist Aspirin niedrig-dosiert für die Reinfarktprophylaxe zugelassen, in vielen Ländern auch zur Vorbeugung des Erstinfarkts. Ca. 2 Mio. Deutsche schützen sich dementsprechend täglich mit einer kleinen Aspirin-Tablette - meist Aspirin protect.Vielversprechende Forschungsergebnisse gibt es bei Krebs (vor allem Darmkrebs) und Alzheimer. Nicht alle der jährlich bis zu 3.000 Studien mit ASS werden von Bayer betrieben. Abgerundet wird die Aktualisierung der Marke durch zeitgemäße Werbung (also auch die sogenannten neuen Medien) und regelmäßige Packungsrelaunches - wobei unter regelmäßig Zeiträume von 10-15 Jahren zu verstehen sind.
2. Pharma-Unternehmen sind sehr forschungsintensiv. Welche Bedeutung und welchen Einfluss hat das Marketing auf die Entwicklung neuer Produkte? Im OTC-Bereich werden heute neue Produkte in erster Linie vom Marketing forciert. Wie bei allen FMCG (Fast Moving Consumer Goods) stehen die Konsumentenbedürfnisse im Vordergrund. In unserem Unternehmen wird keine Produktidee zur Marktreife entwickelt, die nicht bereits im frühesten Stadium die Zustimmung des Marketing findet. Natürlich kommen die Ideen aus allen Abteilungen - nicht zuletzt auch aus der Wissenschaft.
3. Gibt es bei nicht-rezeptpflichtigen Arzneimitteln Raum für echte Innovationen oder liegt der Schwerpunkt der Neuproduktentwicklung eher auf Verbesserungen, Modifikationen und Line Extensions? Durchbruchsinnovationen im OTC-Segment sind die absoluten Ausnahmen, vor allem weil neue Substanzen per Gesetz zunächst einige Jahre verschreibungspflichtig sind. Dennoch können auch im Bereich der Selbstmedikation neue Produkte gravierende Fortschritte für den Verbraucher bringen. Dies ist oft bei sogenannten RX-OTC-Switches der Fall, wenn eine verschreibungspflichtige Substanz sich als so verträglich erwiesen hat, das sie für die Selbstmedikation zugelassen wird. Auch das Aufspüren "verschollener" Wirkstoffe kann innovativ sein. Bestes Beispiel hierfür ist Umckaloabo, ein sehr erfolgreiches Erkältungsmittel. Auch Verbesserung der Convenience kann einen deutlichen Fortschritt bedeuten. Beispiel Lamisil Once, das die Fußpilzbehandlung auf einen einzigen Tag begrenzt - allerdings mit einer sehr hohen Versagungsquote von 35 %. Auch Aspirin complex war eine Innovation, weil es mit nur zwei Wirkstoffen fast alle Erkältungssymptome beseitigt. Bisher waren hierzu vier Wirkstoffe nötig, was mehr Neben- und Wechselwirkungen bedeutet.
4. Um „hautnahe“ Erkenntnisse über Konsumenten zu gewinnen, betreiben Top-Konsumgüterunternehmen ein professionelles „Consumer Insight Management“. Wie intensiv und mit welchen Methoden gewinnen Sie Einblicke in die Welt der Verbraucher, um hieraus Ideen für neue Produkte abzuleiten? Jede unserer Marken wird von der Marktforschung intensiv begleitet. Zur Gewinnung von Consumer Insights kommen dabei einerseits klassische Verfahren wie Einzel- oder Gruppenexplorationen unter Anwendung von projektiven u. a. Techniken zum Einsatz. Andererseits schaffen wir Foren, in denen Mitarbeiter, insbesondere aus der Marktforschung und dem Marketing mit Verbrauchern zusammentreffen, und wo ein sehr direkter und unmittelbarer Austausch stattfindet, aus denen Insights generiert bzw. Produktideen und deren Akzeptanz im Vorfeld diskutiert werden können. Aufgrund der besonderen Käuferstruktur von vielen OTC-Produkten gehört v. a. auch die Beschäftigung mit den speziellen Bedürfnissen und Erwartungen von älteren Menschen zum Markforschungsprogramm.
Die Todfeinde der Innovation ... und wie sie erfolgreich bekämpft werden
"Fragen Sie lieber, was ein innovativer Mensch in diesem Unternehmen macht! Antwort: Verzweifeln! Ich bin hier der Innovationskämpfer und sehe die bodenlose Verlogenheit zwischen "Wir sind das superinnovative Unternehmen." und der Realität, die damit rein gar nichts zu tun hat."
Diese verzweifelte Erkenntnis eines Managers zur Innovationsstärke seines Unternehmens ist drastisch, aber kein Einzelfall. Im Rahmen von Innovationsaudits und -projekten haben wir eine Vielzahl von Gruppen- und Einzelgesprächen zu Innovationsgeist und -kultur in Unternehmen geführt. Neben positiven und ermutigenden Beispielen haben wir viel Frustration und Demotivation entdeckt. Fazit: Das Innovationspotenzial der meisten Unternehmen ist bei weitem nicht ausgeschöpft.
Auch die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. In Deutschland werden in der Konsumgüterindustrie Jahr für Jahr über 30.000 neue Produkte im Lebensmittelhandel eingeführt. Einem Naturgesetz gleich, liegt die Floprate je nach Produktgruppe zwischen 70% und 95%. Beispiel: "Fast Moving Consumer Goods". "70% Innovationsflops – Das vermeidbare Fehlinvestment von 10 Milliarden Euro im Jahr" lautet die Schlagzeile einer Marktstudie 2006 von GfK und Serviceplan. Bereits 1 Jahr nach der Markteinführung sind 70% aller neu eingeführten Produkte nicht mehr in den Ordersätzen des Handels. "Fast Moving" steht hier wohl eher für schnelle Auslistung und nicht für hohe Drehzahlen. Können sich Unternehmen anderer Branchen in dem Glauben zurücklehnen, dass bei ihnen alles anders und besser ist? Nicht, wenn sie offen, ehrlich und selbstkritisch sind. Eine Marktstudie von Deloitte über viele Branchen hinweg zeigt, dass "50 to 70 percent of all new product introductions fail".
Grund genug, die Innovation in Unternehmen durch professionelle Innovations-Audits kritisch unter die Lupe zu nehmen, relevante Ursachen für Leistungs- und Ergebnisdefizite zu identifizieren und konkrete Aktivitäten zur Situationsverbesserung zu entwickeln.
Impuls & Inspiration
BRIC(K)-Staaten. Auf der Suche nach neuen Auslandsmärkten stehen in unseren New Business - Projekten die BRIC(K)-Staaten an vorderer Stelle. Diese fünf Länder - Brasilien, Russland, Indien, China und Südkorea - zeichnen sich durch ihre Größe und ihr hohes Wirtschaftswachstum aus und bieten große Geschäftspotenziale für deutsche Unternehmen.
INNOVATION oder innovatiönchen?
Smart Textiles. Intelligente Kleidung mit integrierter Elektronik, z. B. T-Shirts mit Herzmessfunktionen, Jacken mit Solarzellen oder Jacken mit Bedienknöpfen für Mobiltelefone und MP3-Player
Aus klugen Köpfen!?
"Das sind Lösungen für Probleme, die keiner hat." Kommentar eines Fachbesuchers auf der CeBIT 2007
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